Leitfaden
Was der Betonrechner abdeckt und was nicht
Der Rechner liefert Mengen, keine Bemessung. Betonsorte, Festigkeitsklasse, Dicke der Bodenplatte und Bewehrung kommen aus der Tragwerksplanung; ob eine Bodenplatte statisch ausreicht, beantwortet er nicht. Die Festigkeitsklasse wird nach EN 206 angegeben, etwa C20/25: Die erste Zahl ist die charakteristische Druckfestigkeit am Zylinder, die zweite am Würfel, beide in N/mm². Geprüft wird an Zylindern mit 150 mm Durchmesser und 300 mm Höhe oder an Würfeln mit 150 mm Kantenlänge.
Für die Bestellung beim Transportbetonwerk zählt die Bestellmenge in Kubikmetern. Den Verlustzuschlag legen Sie selbst fest; er hängt von Untergrund, Schalung und Einbau ab, und eine allgemeingültige Zahl dafür haben wir nicht gefunden. Wie viel ein Fahrmischer fasst, nennt Ihnen das Werk. Als Beispiel fasst der Liebherr HTM 1204 nach Herstellerangabe nominal 12 m³. Bei Sackware für kleine Mengen gilt dasselbe Prinzip, nur mit der Ergiebigkeit je Sack statt des Fahrmischers.
Für den Erdaushub zählen drei Volumen: fest im gewachsenen Zustand, lose nach dem Lösen und verdichtet nach dem Wiedereinbau. Beim Aushub rechnet der Rechner mit Auflockerungsfaktoren aus dem Handbuch FM 5-434 der US Army (Ausgabe 2000). Das sind Mittelwerte; wenn es auf genaue Werte ankommt, lassen Sie den tatsächlichen Boden untersuchen. Für Mutterboden gibt es dort keinen Faktor; dafür tragen Sie einen eigenen Wert ein.
So messen und rechnen Sie
Für kleine Mengen aus Sackware nennt der Rechner die Zahl der Säcke aus der Ergiebigkeit. Ein Beispiel mit Datenblatt ist Baumit TrockenBeton 20, ein Produkt aus Österreich: Ein Sack mit 40 kg ergibt nach Herstellerangabe etwa 20 l Frischbeton, für 1 m³ also 50 Säcke. Für ein anderes Produkt tragen Sie die Ergiebigkeit aus dessen Datenblatt ein.
Für einen Graben geben Sie Länge, Breite und Tiefe ebenso ein wie für eine Baugrube. Böschungen, Arbeitsräume und Verbau rechnet diese Version nicht gesondert; vergrößern Sie dafür die Breite um den Arbeitsraum oder rechnen Sie Böschungen getrennt. Die Excel-Vorlage verwendet dieselben Formeln je Zeile. Die Eingabe folgt dem Ablauf auf der Baustelle:
- Bauteil wählen: Bodenplatte, Streifenfundament, Wand oder Rundstütze; ein rechteckiges Punktfundament wie ein kurzes Streifenfundament.
- Maße in Metern eingeben und auf die Einheit achten: eine Dicke von 0,30 m, nicht 30.
- Gleiche Bauteile einmal erfassen und ihre Anzahl eintragen.
- Verlust: Ihren Erfahrungswert für Untergrund und Schalung in Prozent eintragen.
- Fahrmischer: Fassungsvermögen laut Lieferwerk; bei Sackware die Ergiebigkeit je Sack laut Datenblatt.
- Aushub: Baugrube oder Graben, Länge, Breite und Tiefe, Bodenart oder eigener Faktor, Ladevolumen des Lkw.
Rechenweg und typische Fehler
Die Bestellmenge ist das Volumen aller Bauteile mal (1 + Verlust). Die Zahl der Fahrmischer und Säcke wird immer aufgerundet, denn eine halbe Ladung bestellt niemand. Im Beispiel ergeben 47,25 m³ bei 12 m³ je Fahrzeug 4 Fahrmischer, der letzte nur mit 11,25 m³; sprechen Sie mit dem Werk ab, ob die letzte Ladung kleiner sein darf.
Runde Bauteile rechnet der Rechner mit π / 4 × Durchmesser² × Höhe: Eine Stütze mit 0,40 m Durchmesser und 3,00 m Höhe hat 0,377 m³. Viele gleiche kleine Bauteile erfassen Sie in einer Zeile mit ihrer Anzahl; der Rechner multipliziert und addiert alle Zeilen zur Bestellmenge.
Beim Aushub ist der gewachsene Boden das feste Volumen. Gelöst nimmt er mehr Raum ein: Lehm nach FM 5-434 das 1,25-Fache, aus 180 m³ fest werden also 225 m³ lose. Für die Abfuhr zählt das lose Volumen, für den Wiedereinbau das verdichtete, das bei Lehm mit dem Faktor 0,90 unter dem festen liegt. Häufige Fehler:
- Dicke in Zentimetern statt Metern: 30 statt 0,30 ergibt die hundertfache Menge.
- Festes statt loses Volumen für die Lkw-Fahrten: Im Beispiel planen Sie dann 12 statt 15 Fahrten.
- Auflockerung und Verdichtung verwechseln: Der Faktor für lose ist größer als 1, der für verdichtet ist außer bei Fels kleiner.
- Tabellen 1-1 und 1-2 mischen: Sie stimmen nicht ganz überein, deshalb für eine Rechnung nur eine verwenden.
- Gleiche Fundamente einzeln statt mit Anzahl eingeben: Das wird fehleranfällig, sobald sich ein Maß ändert.
Fragen zum Betonrechner
Wie berechne ich Beton für ein Fundament?
Multiplizieren Sie Länge, Breite und Höhe in Metern; das Ergebnis sind Kubikmeter. Ein Streifenfundament von 20 m Länge, 0,50 m Breite und 0,80 m Höhe hat 8 m³. Dazu kommt Ihr Verlustzuschlag, bei 5 % also 8,4 m³. Bei mehreren gleichen Fundamenten tragen Sie die Anzahl ein, der Rechner multipliziert.
Wie viel m³ ergibt 1 Sack Beton?
Das hängt vom Produkt ab und steht im Datenblatt. Für Baumit TrockenBeton 20, ein österreichisches Produkt, nennt der Hersteller etwa 20 l Frischbeton je Sack mit 40 kg, das sind 0,02 m³; für 1 m³ brauchen Sie also 50 Säcke. Für andere Produkte tragen Sie deren Ergiebigkeit ein, der Rechner rundet die Zahl der Säcke auf.
Was ist der Auflockerungsfaktor beim Erdaushub?
Gelöster Boden hat mehr Hohlräume als gewachsener und braucht deshalb mehr Platz auf dem Lkw. Der Faktor gibt das Verhältnis von losem zu festem Volumen an. Das Handbuch FM 5-434 nennt als Mittelwerte 1,11 für Sand oder Kies, 1,25 für Lehm, 1,43 für Ton und 1,50 für gesprengten Fels. Ihr tatsächlicher Boden kann davon abweichen.
Berechnet der Rechner auch die Statik der Bodenplatte?
Nein. Er rechnet nur Mengen aus den Maßen, die Sie eingeben. Dicke, Festigkeitsklasse und Bewehrung einer Bodenplatte legt die Tragwerksplanung fest, abhängig von Lasten und Baugrund. Wenn Sie die Bewehrung als Stahlliste vorliegen haben, ermittelt unser Werkzeug für Bewehrungsstahl das Gewicht dazu.
Wie viele Fahrmischer brauche ich?
Teilen Sie die Bestellmenge durch das Fassungsvermögen eines Fahrzeugs und runden Sie auf. Für 47,25 m³ und 12 m³ je Fahrmischer sind das 4 Fahrzeuge, das letzte mit 11,25 m³. Welches Fassungsvermögen Ihr Lieferwerk einsetzt, erfragen Sie dort; bei engen Zufahrten kommen unter Umständen kleinere Fahrzeuge zum Einsatz.