Leitfaden
Betonstahl nach DIN 488: Nenndurchmesser und Nenngewicht
In Deutschland wird Betonstahl nach DIN 488 geliefert; die Teile 1 und 2 in der Ausgabe 2009 umfassen Stäbe mit Nenndurchmessern von 6 bis 40 mm. Die Norm geben wir nicht wieder, wir nennen nur ihren Namen. Für die Gewichtsberechnung zählt der Nenndurchmesser, nicht der Außendurchmesser über die Rippen.
Das Nenngewicht folgt aus dem Nennquerschnitt und einer Dichte von 7.850 kg/m³, so wie die Produktnormen es bilden. Diese Dichte nennt zum Beispiel eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt für Betonstahl. Die tatsächliche Masse einzelner Stäbe darf innerhalb der Toleranz der Produktnorm vom Nenngewicht abweichen; der Rechner arbeitet mit dem Nenngewicht.
Herstellerunterlagen nennen für die gängigen Durchmesser dieselben Werte, auf zwei oder drei Stellen gerundet, für Ø 12 zum Beispiel 0,888 kg/m und für Ø 16 1,58 kg/m. Die erste Tabelle oben stellt beide Angaben nebeneinander; Abweichungen in der letzten Stelle kommen allein von der Rundung. Querschnitte für mehrere Stäbe stehen in der zweiten Tabelle, etwa 4,52 cm² für 4 Stäbe Ø 12, wie man sie beim Abgleich mit der erforderlichen Bewehrung braucht.
Lagermatten enthält diese Version des Werkzeugs noch nicht; ihr Gewicht entnehmen Sie bis dahin der Liste Ihres Lieferanten und rechnen es gesondert hinzu.
So erstellen Sie eine Stahlliste
Eine Stahlliste fasst die Positionen aus den Bewehrungsplänen zusammen. Für das Gewicht brauchen Sie je Position nur drei Angaben: Durchmesser, Anzahl der Stäbe und Schnittlänge. Biegeformen spielen für das Gewicht keine Rolle, solange die Schnittlänge stimmt.
Im Rechenbeispiel oben hat Position 03 50 Stäbe Ø 8 mit je 2,40 m, zusammen 120 m, mit 0,394584 kg/m also 47,35 kg. Gleiche Durchmesser aus verschiedenen Positionen fasst der Rechner zusammen: Ø 12 aus den Positionen 01 und 04 ergibt 144 m und 127,85 kg.
In der Vorlage steht je Zeile eine Position; Gewicht je Meter und Gesamtlänge rechnen die Formeln, die Summen je Durchmesser bildet SUMMEWENN. Den Zuschlag tragen Sie einmal ein, er gilt für die ganze Liste. Das Blatt Gewichtstabelle enthält die Werte der Tabelle oben. Aus dem Rechner exportieren Sie die fertige Liste als PDF oder Excel-Datei. So gehen Sie vor:
- Bauteil oder Achse zu jeder Position notieren, damit die Liste prüfbar bleibt.
- Position und Durchmesser aus dem Bewehrungsplan übernehmen.
- Anzahl der Stäbe je Position, bei mehreren gleichen Bauteilen mit deren Stückzahl multipliziert.
- Schnittlänge in Metern, bei gebogenen Stäben die abgewickelte Länge.
- Zuschlag für Übergreifungen und Verschnitt nur, wenn die Längen sie noch nicht enthalten.
- Summen je Durchmesser prüfen: Sie sind die Grundlage für Bestellung und Abrechnung.
Rechenweg und typische Fehler
Das Gewicht je Meter ist Querschnitt mal Dichte: π / 4 × d² × 7.850 kg/m³, mit d in Metern. Mit d in Millimetern wird daraus d² × 0,0061654 kg/m. Die bekannte Faustformel d² / 162,2 liefert praktisch denselben Wert, für Ø 12 beträgt der Unterschied rund 0,002 %. Der Rechner nutzt die genaue Formel und rundet erst das Ergebnis.
Für Durchmesser außerhalb der Reihe von 6 bis 40 mm rechnet er mit derselben Formel und weist darauf hin, dass der Durchmesser nicht in der Reihe liegt. Einen Zuschlag für Übergreifungen und Verschnitt setzt der Rechner nicht von sich aus an; die 5 % im Beispiel sind frei gewählt.
Für die Bestellung brauchen Sie oft Tonnen statt Kilogramm; der Rechner zeigt deshalb beide Einheiten. Im Beispiel sind es 364,60 kg ohne und 382,83 kg mit Zuschlag, also 0,383 t. Häufige Fehler:
- Gleiche Positionen doppelt erfasst, einmal je Bauteil und einmal als Summe: Prüfen Sie die Stückzahlen gegen den Plan.
- Außendurchmesser über die Rippen statt Nenndurchmesser verwendet: Das Gewicht wird zu hoch.
- Schnittlänge in Zentimetern eingegeben, aber als Meter gerechnet: hundertfaches Gewicht.
- Zuschlag doppelt: Übergreifungen sind schon in den Längen des Plans enthalten und werden zusätzlich pauschal aufgeschlagen.
- Gerundetes Gewicht je Meter weiterverwendet: Bei langen Listen summieren sich die Rundungen; rechnen Sie mit dem ungerundeten Wert.
Fragen zum Bewehrungsgewicht
Wie schwer ist 1 m Bewehrungsstahl Ø 12?
Mit dem Nennquerschnitt von 113,1 mm² und einer Dichte von 7.850 kg/m³ wiegt ein Meter Betonstahl Ø 12 rund 0,888 kg. Ein Stab von 6 m Länge kommt damit auf 5,33 kg. Herstellerunterlagen nennen denselben Wert, weil sie ebenfalls aus Nennquerschnitt und Dichte rechnen. Die Masse eines einzelnen Stabs kann innerhalb der Normtoleranz davon abweichen.
Woher kommt die Zahl 162,2?
Sie ist eine Abkürzung der genauen Formel. π / 4 × 7.850 kg/m³ ergibt, umgerechnet auf d in Millimetern, den Faktor 0,0061654 für das Gewicht in kg/m; sein Kehrwert ist rund 162,2. Das Gewicht je Meter ist also ungefähr d² / 162,2. Für die Kopfrechnung auf der Baustelle reicht das, der Rechner verwendet trotzdem die genaue Formel.
Wie viel Zuschlag rechne ich für Übergreifungen?
Am genauesten ist es, die Übergreifungslängen aus dem Bewehrungsplan in die Schnittlängen einzurechnen; dann brauchen Sie keinen Zuschlag. Ein pauschaler Prozentsatz ist nur eine schnelle Schätzung, für die wir keinen allgemeingültigen Wert haben. Der Rechner setzt deshalb keinen Zuschlag von sich aus an; im Beispiel sind 5 % gewählt, um den Rechenweg zu zeigen.
Rechnet das Werkzeug auch Matten?
Noch nicht. Lagermatten nehmen wir erst auf, wenn ihre Gewichte an einer aktuellen Herstellerliste geprüft sind. Bis dahin entnehmen Sie das Gewicht je Matte oder je Quadratmeter der Liste Ihres Lieferanten und rechnen es zur Stahlliste hinzu. Stabstahl von Ø 6 bis Ø 40 deckt der Rechner bereits ab.
Wie genau ist das Gewicht aus dem Rechner?
Es ist das Nenngewicht aus Nennquerschnitt und Dichte, also der Wert, mit dem auch Herstellerunterlagen arbeiten. Abweichungen in der Praxis entstehen durch die Fertigungstoleranz der Stäbe, durch tatsächliche statt geplanter Längen und durch Verschnitt. Für die Abrechnung gilt, was Ihr Vertrag festlegt, etwa ob nach Nenngewicht oder nach Wiegeschein abgerechnet wird.